{"id":3332,"date":"2016-10-15T10:30:56","date_gmt":"2016-10-15T08:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/women-in-exile.net\/?p=3332"},"modified":"2016-10-15T10:30:56","modified_gmt":"2016-10-15T08:30:56","slug":"offener-brief-der-frauen-aus-dem-lager-in-henningsdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/women-in-exile.net\/en\/allgemein\/offener-brief-der-frauen-aus-dem-lager-in-henningsdorf\/","title":{"rendered":"Offener Brief der Frauen aus dem Lager in Henningsdorf"},"content":{"rendered":"<div class=\"textLayer\">\n<div data-canvas-width=\"178.8549781512605\">&#8220;Hennigsdorf, 12.10.2016<\/div>\n<div data-canvas-width=\"178.8549781512605\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"689.0573781512608\"><strong>Frauen fordern Wohnungen, Schutz und Privatsph\u00e4re<\/strong><\/div>\n<div data-canvas-width=\"689.0573781512608\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"689.0573781512608\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"106.70833613445379\">Anl\u00e4sslich des verordneten Umzuges der Bewohner_innen von Haus 3 in das neu errichtete Haus 6 der Gemeinschaftsunterkunft Stolpe-S\u00fcd in Hennigsdorf baten wir den Landrat des Landkreises Oberhavel mit Schreiben vom 30.08.16 um ein Gespr\u00e4ch, in dem wir unsere Beschwerden \u00fcber die beengten Unterbringungsbedingungen thematisieren wollten. Bis heute blieb der Brief unbeantwortet.<\/div>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div data-canvas-width=\"94.32909579831933\">\n<div data-canvas-width=\"39.19496470588235\">Wir sind eine Gruppe von vornehmlich alleinerziehenden Frauen, die zwischen 3 Monaten und 7 Jahren unter f\u00fcr besonders Schutzbed\u00fcrftige unangemessenen Bedingungen in der Gemeinschaftsunterkunft Stolpe-S\u00fcd untergebracht sind. Besonders die Entwicklung unserer Kinder sehen wir in der Unterkunft als gef\u00e4hrdet an. Die Frauen unter uns, die das neue Haus beziehen mussten, leben nun in noch beengteren Verh\u00e4ltnissen. In nur 12 qm gro\u00dfen Zimmern leben M\u00fctter mit ihrem Kind, vier Frauen m\u00fcssen sich ein 24 qm kleines Zimmer teilen. Da wir gemeinsam mit M\u00e4nnern auf einem Flur leben, kommt es zu Bel\u00e4stigungen und sexualisierter Gewalt. Eine pers\u00f6nlich betroffene Frau wurde trotz des traumatischen Ereignisses auf einem Gang, auf dem sonst nur M\u00e4nner leben, untergebracht. Unsere Kinder trauen sich nicht, allein zur Toilette zu gehen. Es fehlt an Privatsph\u00e4re, nicht nur weil wir beengt miteinander leben m\u00fcssen, sondern z.B, auch weil muslimische Frauen bei jedem Gang zur K\u00fcche ihren Hijab anlegen m\u00fcssen. Der Landkreis als Betreiber der GU zeigte bisher keinerlei Interesse, sich um Schutzr\u00e4ume und Wohnungen f\u00fcr uns zu bem\u00fchen. Aufgrund der noch schlechteren Bedingungen in dem neuen Haus f\u00fchlen wir uns nicht nur in unserem Anliegen nicht ber\u00fccksichtigt, sondern regelrecht beleidigt.<\/div>\n<div data-canvas-width=\"39.19496470588235\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"281.07315630252106\">Die erzwungene Enge, das Verhindern von Privatsph\u00e4re und die gleichg\u00fcltige Hinnahme der Gewalt, der wir ausgesetzt sind, emp\u00f6ren uns, denn sie gehen zu Lasten von sogenannten besonders schutzbed\u00fcrftigen Frauen und Kindern.<\/div>\n<div data-canvas-width=\"612.4325042016807\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"704.9369142857142\">Aus diesem Grund fordern wir die Unterbringung von Frauen, Kindern und Familien in Wohnungen, die uns sch\u00fctzen, nach einem maximalen Aufenthalt im Lager von 6 Monaten. In diesen 6 Monaten fordern wir die Nutzung eines Hauses ausschlie\u00dflich f\u00fcr Frauen auf dem Gel\u00e4nde in Stolpe-S\u00fcd. Wir wollen in die Zimmerbelegungen miteinbezogen werden, um Konflikten vorzubeugen. Um den Umzug in Wohnungen zu erleichtern, sollte der Landkreis die Kosten der Unterkunft an den realen Mietspiegel anpassen und uns Wohnungen nicht aus fadenscheinigen Gr\u00fcnden vorenthalten. Unter uns sind Frauen, die selbstst\u00e4ndig eine Wohnung gefunden haben, aber denen der Bezug verweigert wurde, da die Wohnung zu klein oder 10 Euro zu teuer gewesen sei &#8211; nun leben sie mit ihren Kindern auf nur 12 qm!<\/div>\n<div data-canvas-width=\"426.6186756302521\">Dar\u00fcber hinaus fordern wir, dass die Abschiebungen mit Polizei und mitten in der Nacht aufh\u00f6ren.Diese Abschiebungen und die damit verbundene Aufregung im Lager gef\u00e4hrden das Wohl unserer Kinder. Sie wachsen in Angst auf und finden keinen Schlaf.<\/div>\n<div data-canvas-width=\"31.592107563025213\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"200.12508907563029\">Wir fordern die Verantwortlichen des Landkreises hiermit erneut auf, unser Gespr\u00e4chsangebot zu<\/div>\n<div data-canvas-width=\"94.32909579831933\">beantworten!&#8221;<\/div>\n<p>Einen Artikel in der MAZ, der lokalen Zeitung, gibt es <a href=\"http:\/\/www.maz-online.de\/Lokales\/Oberhavel\/Wenn-sich-15-Frauen-zwei-Toiletten-teilen-muessen\">hier<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Hennigsdorf, 12.10.2016 Frauen fordern Wohnungen, Schutz und Privatsph\u00e4re Anl\u00e4sslich des verordneten Umzuges der Bewohner_innen von Haus 3 in das neu errichtete Haus 6 der Gemeinschaftsunterkunft Stolpe-S\u00fcd in Hennigsdorf baten wir den Landrat des Landkreises Oberhavel mit Schreiben vom 30.08.16 um ein Gespr\u00e4ch, in dem wir unsere Beschwerden \u00fcber die beengten Unterbringungsbedingungen thematisieren wollten. 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