{"id":2904,"date":"2015-11-26T19:12:18","date_gmt":"2015-11-26T18:12:18","guid":{"rendered":"https:\/\/women-in-exile.net\/?p=2904"},"modified":"2023-12-30T13:58:33","modified_gmt":"2023-12-30T12:58:33","slug":"pressegespraech-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/women-in-exile.net\/en\/allgemein\/pressegespraech-zum-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen\/","title":{"rendered":"Pressegespr\u00e4ch zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen*"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2885\" src=\"http:\/\/women-in-exile.net\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/img_2260-e1448553698251.jpg\" alt=\"IMG_2260\" width=\"391\" height=\"293\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gemeinsame Presseerkl\u00e4rung von Women in Exile und Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg,<\/strong><br \/>\n<strong> Potsdam, den 25.11.2015<\/strong><\/p>\n<p><strong>Women in Exile und Fl\u00fcchtlingsrat fordern zum Internationalen Tag<\/strong><br \/>\n<strong> der Gewalt gegen Frauen: Schutz f\u00fcr gefl\u00fcchtete Frauen \u2013 vor allen<\/strong><br \/>\n<strong> Formen von Gewalt!<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/women-in-exile.net\/?page_id=43\">Zum Pressespiegel<\/a><\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlingsfrauen sind akut bedroht: \u201eWir sind alle betroffen von sexueller Bel\u00e4stigung<br \/>\nim Lager, es gibt keine Frau, die nicht eine Geschichte von aufdringlichen Blicken,<br \/>\nwiderlichen Kommentaren, unerw\u00fcnschtem Anfassen oder versuchter oder<br \/>\ntats\u00e4chlicher Vergewaltigung erz\u00e4hlen k\u00f6nnte,\u201c berichtete eine gefl\u00fcchtete Frau der<br \/>\nOrganisation Women in Exile w\u00e4hrend einer Bustour durch Fl\u00fcchtlingslager. Das<br \/>\nErgebnis der Besuche ist alarmierend. Gefl\u00fcchtete Frauen und LGBTI Personen werden<br \/>\naufgrund ihres Geschlechts oder sexuellen Identit\u00e4t mehrfach diskriminiert und<br \/>\nverletzt: durch rassistische \u00dcbergriffe und Asylgesetze, durch traumatische<br \/>\nErfahrungen auf der Flucht, die in den Massenunterk\u00fcnften ihre Fortsetzung finden,<br \/>\ndurch k\u00f6rperliche und sexuelle Bel\u00e4stigungen, fehlende Privatsph\u00e4re und Angst vor<br \/>\nAbschiebung.<\/p>\n<p><!--more-->Keine Massenunterkunft kann gefl\u00fcchteten Frauen Schutz bieten. Ein Leben im Lager<br \/>\nbedeutet die t\u00e4gliche Erfahrung struktureller Gewalt, die in Form von Isolation,<br \/>\nAusgrenzung und Schutzlosigkeit statt findet. Diese strukturelle Gewalt verst\u00e4rkt<br \/>\nGewaltpotenziale und f\u00fchrt oft zu physischen, psychischen und sexualisierten<br \/>\n\u00dcbergriffen vor allem gegen Frauen, Kinder und LGBTI Personen. Solche \u00dcbergriffe<br \/>\npassieren auch auf deutschen Stra\u00dfen und insbesondere in deutschen Haushalten.<br \/>\nAber in einer Sammelunterkunft, die eine Zwangswohnform ist, treten sie<br \/>\nkonzentrierter und vermehrt auf. Denn dort haben Menschen kaum<br \/>\nR\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten und sind h\u00e4ufig extremen Alltagssituationen, Enge und Stress<br \/>\nausgesetzt. Das deutsche Gewaltschutzgesetz erm\u00f6glicht Interventionsbefugnisse f\u00fcr<br \/>\ndie Polizei: Wenn gewaltt\u00e4tige \u00dcbergriffe in deutschen Haushalten passieren, kann die<br \/>\nPolizei die oder den T\u00e4ter\/in des \u201ePlatzes verweisen\u201c. Dies findet im deutschen<br \/>\nLagersystem keine Anwendung. Gefl\u00fcchtete Frauen erhalten damit in Deutschland<br \/>\nkaum Schutz vor Gewalt.<\/p>\n<p>Laut der seit Mitte 2015 auch in Deutschland geltenden EU-Aufnahmerichtlinie f\u00fcr<br \/>\nFl\u00fcchtlinge m\u00fcssen besonders schutzbed\u00fcrftige Fl\u00fcchtlinge als solche erkannt,<br \/>\nangemessen versorgt und untergebracht werden. Der Schutz dieser Gruppen (unter<br \/>\nanderem Schwangere, Alleinerziehende, Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt<br \/>\nhaben und Minderj\u00e4hrige) steht in gro\u00dfer Zahl Frauen und ihren Kindern zu. Dieser<br \/>\nSchutz kann ihnen in \u00fcberf\u00fcllten Massenunterk\u00fcnften ohne ausreichenden Zugang zu<br \/>\nVersorgungs- und Unterst\u00fctzungsstrukturen nicht zukommen. Darum sagen wir:<br \/>\nBesonders schutzbed\u00fcrftige Fl\u00fcchtlinge k\u00f6nnen nicht in einer Massenunterkunft leben!<br \/>\nDie k\u00fcrzlich versch\u00e4rften Asylgesetze sehen vor, dass Fl\u00fcchtlinge sechs Monate und<br \/>\nviele dar\u00fcber hinaus in den \u00fcberf\u00fcllten Erstaufnahmelagern verbleiben m\u00fcssen. Sie<br \/>\nunterliegen in dieser Zeit der Residenzpflicht und d\u00fcrfen die Unterk\u00fcnfte nicht oder nur<br \/>\nausnahmsweise verlassen. Sie m\u00fcssen schnellere Abschiebungen bef\u00fcrchten, sind<br \/>\nfaktisch ohne Zugang zu Rechtsberatung und \u00dcbersetzung, ohne Bargeld und mit<br \/>\nArbeitsverboten belegt. Frauen und LGBTI Personen aus den so genannten sicheren<br \/>\nHerkunftsstaaten unterliegen diesen Restriktionen w\u00e4hrend des gesamten<br \/>\nAsylverfahrens.<br \/>\nAus den Westbalkanl\u00e4ndern fliehende Romnija sind besonders h\u00e4ufig existentiell<br \/>\nbedroht und von Gewalt und \u00dcbergriffen betroffen. In Deutschland angekommen,<br \/>\nwerden sie durch Schnellverfahren geschleust, d\u00fcrfen die Fl\u00fcchtlingslager nicht mehr<br \/>\nverlassen und ihre Fluchtgr\u00fcnde werden gar nicht mehr gepr\u00fcft. Damit werden ganze<br \/>\nFl\u00fcchtlingsgruppen entrechtet, die gesetzlich als \u201efalsche\u201c Fl\u00fcchtlinge abgehandelt<br \/>\nwerden.<br \/>\nKriege, befeuert durch R\u00fcstungsexporte, und die Zerst\u00f6rung regionaler M\u00e4rkte durch<br \/>\nmultinationale Konzerne, rauben Menschen weltweit Lebensm\u00f6glichkeiten und<br \/>\nExistenzgrundlagen. Davon sind insbesondere Frauen und Kinder betroffen. Sie sind in<br \/>\nder Regel \u00e4rmer, schutzloser, schneller in ihrer Existenz bedroht und laufen st\u00e4rker<br \/>\nGefahr, auf der Flucht \u00dcbergriffe zu erleiden. Die Abschottung der Grenzen ist<br \/>\nunterlassene Hilfeleistung, die f\u00fcr viele Frauen und Kinder mit dem Tod endet.<br \/>\nWir fordern, dass geschlechtsspezifische Fluchtgr\u00fcnde immer anerkannt werden!<br \/>\nDie Asylrechtsversch\u00e4rfungen, die schutzbed\u00fcrftige Personen besonderen Gefahren<br \/>\naussetzen, m\u00fcssen zur\u00fcck genommen werden! Gewaltschutz und Zugang zu<br \/>\nRegelleistungen f\u00fcr gefl\u00fcchtete Frauen und LGBTI Personen!<br \/>\nWir fordern: Frauen, Kinder und LGBTI Personen sofort raus aus den Lagern! Alle Lager<br \/>\nabschaffen!<br \/>\nNein zur Festung Europa &#8211; Bewegungsfreiheit f\u00fcr alle!<br \/>\nPressekontakt:<br \/>\nElizabeth Ngari, Women in Exile: Tel. 0176\/32920586<br \/>\nIvana Domazet, Fl\u00fcchtlingsrat: Tel. 0170\/7883968<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gemeinsame Presseerkl\u00e4rung von Women in Exile und Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg, Potsdam, den 25.11.2015 Women in Exile und Fl\u00fcchtlingsrat fordern zum Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen: Schutz f\u00fcr gefl\u00fcchtete Frauen \u2013 vor allen Formen von Gewalt! 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