{"id":2732,"date":"2015-08-01T16:56:29","date_gmt":"2015-08-01T14:56:29","guid":{"rendered":"https:\/\/women-in-exile.net\/?p=2732"},"modified":"2015-08-01T16:56:29","modified_gmt":"2015-08-01T14:56:29","slug":"die-bustour-2015-geht-weiter-ein-zwischenbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/women-in-exile.net\/en\/allgemein\/die-bustour-2015-geht-weiter-ein-zwischenbericht\/","title":{"rendered":"Die Bustour 2015 geht weiter! Ein Zwischenbericht:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unsere Bustour geht weiter! Wir sind viel gereist, haben inzwischen 9 alte und neue Heime besucht, haben mit Frauen gesprochen und haben viel gesehen. Hier ein Bericht von<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hohenleipisch am 22. Juli 2015<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Am 22. Juli 2015 besuchten wir mit unserer Women in Exile Bustour ein Heim in Hohenleipisch. Hohenleipisch liegt etwas 7 km vom Bahnhof Elsterwerda entfernt. Eine direkte Zugverbindung gibt es zur Zeit nicht. Das Heim liegt im Wald. Ein sehr sch\u00f6ner Ferienort mit nahgelegenen Thermen. Ruhig, isoliert und weit entfernt von kulturellen Angeboten, Kontaktm\u00f6glichkeiten, sozialem Leben au\u00dferhalb des Heims.<\/strong><\/p>\n<p>Die Heimleitung wusste bereits von unserem Besuch und kam sofort in das Zimmer, in dem wir von einigen Bewohner_innen empfangen wurden. Seit einer Woche war eine weitere Frau zu Besuch: Besucher_innen m\u00fcssen eigentlich 5\u20ac pro Nacht zahlen, doch wenn man sich gut mit dem Heimleiter, genannt der &#8220;Chef&#8221;, versteht, wird \u00fcber die Zahlung hinweggesehen.<\/p>\n<p><strong>Im Eingangsbereich ist der Hinweis ausgehangen, dass Besucher_innen bis 22h bleiben d\u00fcrfen.<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail alignright\" src=\"http:\/\/women-in-exile.net\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/ente-2-150x112.jpg\" alt=\"ente 2\" width=\"189\" height=\"141\" \/><\/p>\n<p>&#8220;<em><strong>geht doch dahin wo der Pfeffer w\u00e4chst, wenn ihr mir nicht helfen wollt\u201c<\/strong><\/em> war die \u00c4u\u00dferung des Heimleiters auf die Nachfrage, ob er bitte deutsch statt franz\u00f6sisch sprechen k\u00f6nne, damit ihn alle verstehen und ob wir bitte mit unseren Gastgeberinnen alleine sprechen k\u00f6nnten. Auch wenn er sich anfangs kooperativ zeigte endete die Unterhaltung leider mit dieser rassistischen Bemerkung.<!--more--><\/p>\n<p>Wir besuchten eines der Geb\u00e4ude, in dem die meisten Frauen untergebracht sind. Es gibt 4 Frauenduschen, von denen aber nur 2 funktionieren. T\u00fcren gibt es nicht. Das hei\u00dft, um zu duschen muss die Eingangst\u00fcr des Badezimmers abgeschlossen werden. Denn auch die Waschmaschinen befinden sich im Bad der Frauen, was bedeutet, dass st\u00e4ndig Menschen, auch die m\u00e4nnlichen Bewohner, ein- und ausgehen und Privatsph\u00e4re unm\u00f6glich ist. Die Waschmaschinen werden von 3 Bl\u00f6cken benutzt, doch es funktionieren nur 2 der 4 Maschinen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail alignright\" src=\"http:\/\/women-in-exile.net\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/dscf0806-150x112.jpg\" alt=\"DSCF0806\" width=\"166\" height=\"124\" \/><\/p>\n<p><strong>Es gibt Gemeinschaftsk\u00fcchen, mehr als 40 Menschen m\u00fcssen sich 2 Herde teilen.<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten keine Angebote f\u00fcr Deutschkurse und am Wochenende f\u00e4hrt kein Bus. Aufgrund von Bauarbeiten ist der n\u00e4chste Bahnhof, der angefahren wird, in Elsterwerda, einen Ersatzverkehr nach Hohenleipisch gibt es nicht. Die Frauen, die wir zu unserem monatlichen Treffen einluden, erkl\u00e4rten, dass es aus diesem Grund f\u00fcr sie schwierig sei, die Heim am Wochenende zu verlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail alignleft\" src=\"http:\/\/women-in-exile.net\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/dscf0814-150x112.jpg\" alt=\"DSCF0814\" width=\"158\" height=\"118\" \/> Wir trafen eine Frau, die am R\u00fccken operiert wurde und seit 2 Wochen vergeblich darauf wartet, die Physiotherapie zu beginnen, die sie so dringend braucht. Sie erz\u00e4hlte uns, dass auch die Empfehlung ihres Arztes f\u00fcr eine spezielle Matratze ignoriert wird. Auch das Duschen ist ein Problem, aus dem gleichen Grund: die Anweisungen und Empfehlungen der \u00c4rzte werden schlichtweg ignoriert. Da sie so starke Schmerzen hat, macht sie sich Sorgen, dass die OP umsonst gewesen ist. Sie versucht alles, damit es ihr besser geht, aber ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Was sie auch sehr traurig macht: Bereits vor der Operation fuhr sie der Heimleiter mehrmals ins Krankenhaus, brachte sie dann aber, nachdem er sich auf Deutsch mit den \u00c4rzt_innen unterhalten hatte, einfach wieder zur Unterkunft zur\u00fcck. Schlie\u00dflich brach sie eines Tages zusammen und ihre Mitbewohner_innen mussten den Krankenwagen rufen. Obwohl in ihren Unterlagen vermerkt war, dass sie in ein bestimmtes Potsdamer Krankenhaus gebracht werden sollte, fuhren die Sanit\u00e4ter_innen sie zun\u00e4chst in ein anderes Krankenhaus, von wo aus sie dann noch mal verlegt werden musste.<br \/>\nEinige aus unserem Netzwerk haben f\u00fcr die Frau eine Physiotherapeutin gefunden, die sie behandelt und eine Unterkunft in erreichbarer N\u00e4he vermittelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir werden weiter berichten! Ende August wird es ein gemeinsame Mini- Festival geben, mit der wir die Bustour beenden! Spenden mit dem Stichwort &#8220;Bustour2015&#8221; sind herzlich willkommen!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Bustour geht weiter! Wir sind viel gereist, haben inzwischen 9 alte und neue Heime besucht, haben mit Frauen gesprochen und haben viel gesehen. Hier ein Bericht von Hohenleipisch am 22. Juli 2015 Am 22. Juli 2015 besuchten wir mit unserer Women in Exile Bustour ein Heim in Hohenleipisch. 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